Schulchronik Realgymnasium
 

Städt. Realgymnasium 1907-1936

3. Unterricht und Schulordnung um 1900

3.1 Unterrichtszeit und Silentium

Unterricht wurde in den ersten Jahrzehnten der Schule am Vormittag von 8 bis 12 Uhr und am Nachmittag von 14 bis 16 Uhr erteilt. Die weiter entfernt wohnenden Schüler durften sich während der Mittagspause ohne Aufsicht im Schulgebäude aufhalten, doch hat das ganz offensichtlich ständig zu Ärger geführt. Häufig wurden die Schüler verwarnt und aufgefordert, das Inventar zu schonen, sich ruhig zu verhalten etc., denn die Nachbarn führten immer wieder Klage über das Verhalten der Schüler.

Dr. Hans Nolte, erster Direktor des Realgymnasiums 1904-1916,

Gründer der Papenburger Fußballvereine Germania und Amisia

Um diesen Unzuträglichkeiten ein Ende zu bereiten, aber auch aus anderen Gründen wurde im Herbst 1904 der Nachmittagsunterricht auf den Vormittag verlegt. Nur der evangelische Religionsunterricht und Turnen fanden weiterhin am Nachmittag statt. Der Schulleiter Dr. Nolte schrieb dazu im Schulprogramm von 1905:

Diese Einrichtung (sc. die Verlegung des gesamten Unterrichts auf den Vormittag) bedarf in gesundheitlicher und erziehlicher Hinsicht keiner Verteidigung mehr. Sie bestand in zahlreichen Städten seit vielen Jahren und wurde, soweit sich ermitteln ließ, nirgends wieder aufgegeben. Eine ganze Reihe von königlichen Lehranstalten ging ohne jede Nachfrage bei den Eltern und lediglich deshalb zu ihr über, weil sie für die Schule in geistiger und leiblicher Beziehung förderlicher ist. In Papenburg drängte dazu außerdem der eigenartige Anbau der Stadt. Ihre unverhältnismäßige Längenausdehnung verhinderte einen nicht unerheblichen Teil der Schüler, mittags bei den Eltern zu speisen. In den Akten der Anstalt findet sich ein gerichtlich behandelter Fall erwähnt, dass zwei Schüler zufolge dessen jahrelang an keinem Wochentag eine warme Mahlzeit erhielten. ... Und drittens genossen die meisten Bewohner des abgelegenen Obenendes der Stadt vom Realprogymnasium, obwohl sie doch auch ihr Scherflein dazu beisteuern, überhaupt keinen Vorteil. Da sie größtenteils nicht in der Lage sind, ihre Kinder daheim für eine höhere Klasse auszubilden, so blieben ihre Söhne, so brav und tüchtig sie auch sein mochten, vom Besuch des Realprogymnasiums so gut wie ausgeschlossen, denn Kinder schon im Alter von 9 - 12 Jahren in eine stundenweite Schule zu schicken, wo sie ohne eine andere Stärkung als ihr mitgebrachtes Butterbrod bis zum späten Nachmittag verweilen müssen, ist schlechterdings nicht angängig.

Doch auch in den Jahren, in denen noch regelmäßig Nachmittagsunterricht erteilt wurde, war den Schülern die Zeit für ihre Hausarbeiten (Silentium) genau vorgeschrieben. Am 7. Oktober 1870 wird festgelegt:

Von jetzt an tritt für alle Klassen ... das Silentium ein. Dabei ist folgendes zu beachten:

1. Jeder Schüler Mus täglich von 5 - 7 Uhr nachmittags in seiner Wohnung verbleiben, Sonn- und Feiertage ausgenommen.

2. Nach 7 Uhr abends ist das Verlassen des Hauses gar nicht mehr gestattet, auch an Sonntagen nicht...

4. In allen dringlichen Fällen, wo ein Schüler das Silentium glaubt nicht ordnungsgemäß halten zu können, Mus rechtzeitig vom Ordinarius Urlaub geholt werden.

Es gehörte zu den Aufgaben der Lehrer zu überprüfen, ob das Silentium auch eingehalten wurde. Später wurde die Zeit für das häusliche Silentium differenziert. Sie betrug seit 1886 für die jüngsten Schüler eine Stunde, für die ältesten drei Stunden.

3.2 Verhalten außerhalb der Unterrichtszeit

Auch für das Verhalten der Schüler außerhalb der Unterrichtszeit gab es zahlreiche Anordnungen. Sie waren in der Schulordnung zusammengefasst. Daraus einige Abschnitte, wie sie im Schulprogramm von 1877 abgedruckt sind:

14. Auswärtige Schüler dürfen ihre Wohnung nur nach vorgängiger Genehmigung des Rektors wählen. Das Haupt der Familie, in welcher ein solcher Schüler Wohnung nimmt, verpflichtet sich, die Aufsicht über seinen häuslichen Fleiß und sein Betragen zu übernehmen, um der Schule gegenüber als Stellvertreter des Vaters zu handeln. Gewinnt die Schule die Überzeugung, dass ein solcher Schüler nicht die nötige Aufsicht hat oder dass die Verhältnisse, in denen er lebt, der Sittlichkeit nachteilig sind, so kann die Direktion von den Eltern eine Änderung dieser Verhältnisse, resp. einen Wechsel der Wohnung verlangen.

15. Auch außerhalb der Schule wird jedem Zögling derselben ein anständiges, gesittetes und bescheidenes Betragen zur Pflicht gemacht. Auf dem Wege zur Schule und aus der Schule hat sich derselbe jeden Schreiens, Lärmens etc. zu enthalten und ist jeder ungerechtfertigte Aufenthalt auf der Straße von ihm zu vermeiden.

16. Zusammenkünfte von Schülern zu Trinkgelagen, Kartenspiel und anderen ihre sittliche und wissenschaftliche Ausbildung beeinträchtigenden Zwecken sind streng untersagt.

17. Vereine von Schülern, zu welchem Zwekke es auch sei, dürfen nur mit Genehmigung der Direktion bestehen.

18. Das Tabakrauchen in der Öffentlichkeit ist verboten.

23. Der Besuch aller Wirthshäuser und Konditoreien, Billards etc. in der Stadt ohne Begleitung ihrer Eltern und ohne vorher von dem Ordinarius eingeholte Erlaubnis auch außerhalb der Stadt ist allen Schülern untersagt.

Zum letzten Abschnitt schien dem Rektor Dr. Erdmann eine Erläuterung erforderlich, und deshalb fügte er hinzu:

In Bezug auf diesen Punkt richten wir im Interesse der Schule an alle Restaurateure, Gastwirthen, Konditoren etc. die ernste Bitte, nicht durch Duldung oder gar Begünstigung eines gesetzwidrigen Treibens der Schüler unserer Anstalt ein verschulden auf sich zu laden oder gar die Schule zu unliebsamen Maßregeln zu drängen. Oft bleiben der Schule grobe Übertretungen der Schulgesetze seitens der Schüler längere Zeit verborgen, während sie offen vor den Augen von Leuten aus dem Publikum liegen.

Schließlich wurde im Schulprogramm von 1906 den Gastwirten angedroht, dass "Übertretungen ... bei der Ortspolizei klagbar gemacht werden und dazu führen, dass ihnen der Ausschank entzogen wird". Wie nicht anders zu erwarten, wurde das Gebot häufig übertreten, und so wurden immer wieder Strafen über Schüler verhängt, die beim Besuch einer Gastwirtschaft ertappt worden waren. Hier als Beispiel die Bestrafung eines Schülers aus dem Jahre 1885, die allen Schülern zur Abschreckung durch das "Publikandum" mitgeteilt wurde:

Der Untersekundaner Johann Breymann hat in der vorigen Woche die Wirtschaft der Ww. Eisenbart auf dem Obenende besucht, trotzdem dass der Ordinarius der Sekunda noch wenige Tage vorher ernstlich seine Schüler vor dem Wirthshausbesuche gewarnt und sie auf die Folgen der Übertretung des betreffenden Schulgesetzes aufmerksam gemacht hatte. Eine derartige Missachtung der Schulordnung musste prompt geahndet werden. Das Lehrerkollegium hat demnach in der Konferenz vom 17.d.M. beschlossen, den Breymann mit 2 Stunden Carcerstrafe zu belegen und ihm im Wiederholungsfalle das Consilium abeundi (d.h. die Androhung der Verweisung von der Schule, d.Verf.) zu ertheilen.

Das Lehrerkollegium

gez.Erdmann

Außer dem Besuch der Wirtshäuser war auch die Benutzung öffentlicher Leihbibliotheken verboten. Jeder Privatunterricht, wozu auch Musik- und Tanzstunden gehörten, war nur mit Einwilligung des Rektors gestattet.

3.3 Kleidung, Gesundheit, Baden

Die Schüler höherer Schulen waren in der Öffentlichkeit an den bunten Schülermützen zu erkennen; jede Klassenstufe hatte ihre eigenen Farben. Die Schule legte Wert darauf, dass diese Mützen von jedem auch außerhalb der Schule stets getragen wurden. Nun gab es aber schon im vorigen Jahrhundert einige Nonkonformisten, die den Strohhut der Schülermütze vorzogen und damit nach Meinung des Rektors und der Lehrer die Schulordnung gefährdeten. Es scheint, dass sie als Begründung die Erhaltung ihrer Gesundheit vorgebracht haben, denn in einem "Publicandum" vom 8.Mai 1889 wird den Schülern mitgeteilt: Das Tragen von Strohhüten kann vorläufig nur auf Grund eines ärztlichen Attestes gestattet werden.

Doch war die Diskussion über die Strohhüte damit wohl noch nicht beendet, denn kurze Zeit später wird das Verbot gemildert: Von jetzt an soll den Schülern das Tragen von Strohhüten gestattet sein, ausgenommen jedoch, wenn sie an Sonn- und Feiertagen zur Kirche geführt werden und überhaupt des Abends nach 7 Uhr.

Die Einstellung zum Baden im Freien hat sich im Laufe der Jahre ganz erheblich verändert. Zunächst heißt es in einer Mitteilung an die Schüler 1870:

Es ist unseren Schülern ein für allemal strenge verboten, im Freien zu baden. Zu geeigneter Zeit wird durch das Publikandum mitgetheilt werden, wann und wo das Baden demnächst gestattet werden kann.

Einige Jahre später wird das Baden unter Aufsicht eines Erwachsenen und an den von der Schule bezeichneten Stellen gestattet. Im Sommer 1884 erhalten die Schüler genaue Anweisungen über das Verhalten beim Baden:

Papenburg, den 5.Juli 1884

Wegen der großen Hitze fällt heute der Nachmittagsunterricht aus. - Es sind Klagen laut geworden über das Verhalten einzelner Schüler beim Baden. Indem die Schule hofft, dass in Zukunft seitens unserer Schüler keine Veranlassung zu derartigen Klagen gegeben wird, macht sie darauf aufmerksam, dass das Baden für die Gesundheit nachtheilig ist, wenn man länger als 10 Minuten im Wasser verweilt. Auch ist dafür zu sorgen, dass der Körper beim Baden stets in Bewegung bleibt und der Kopf durch öfteres Untertauchen stets feucht gehalten wird. - Ist ein Schüler mit dem Baden fertig, so hat er sich sofort anzukleiden und dann nach Hause zu begeben.

gez.Erdmann

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Der im Jahre 1904 zum Schulleiter berufene Dr. Hans Nolte hatte jedoch ganz andere Vorstellungen von sportlicher Betätigung und damit auch vom Baden. Er führte seit dem Jahre 1906 Freischwimmerlisten in der Schule, in die sich jeder Schüler eintragen durfte, der zehn Minuten lang schwimmen konnte, später jeder, der sich dreißig Minuten über Wasser halten konnte.

Da die weiten Schulwege bei Wind und Wetter die Schüler körperlich strapazierten, sorgte sich die Schule um die Gesundheit der Schüler, und deshalb wurde ihnen geraten (Schulprogramm 1905):

1. die Bücher in einem Rucksack zu tragen, 2. sich bei naßkalter Witterung mit dicksohligem Schuhwerk, dicken Strümpfen (oder einem zweiten Paar) und einem wasserdichten Havelock oder Radmantel zu bekleiden. Nasse Mäntel können bei der Schulwärterin zum Trocknen aufgegeben werden. Sie nimmt auch unentgeltlich Ersatzkleider zum Wechseln in Verwahrung.

3.4 Ein Wandertag der Schule im Jahre 1906

Klassenfahrten und Wandertage waren in den ersten Jahrzehnten der Schule unbekannt. Erst um die Jahrhundertwende begannen sie, Teil des Schullebens zu werden. Der wohl erste Wandertag der gesamten Papenburger Schule fand im Jahre 1906 statt. Im Schulprogramm der Schule wird mit erkennbarem Stolz berichtet:

Die drei unteren Klassen wanderten, begleitet von den jüngeren Lehrern der Anstalt, zum städtischen Gehölz und von hier nach Einnahme eines Frühstücks zum städtischen Förster, bei dem die Quintaner und Sextaner (heute Klassen 6 und 5) zu Mittag aßen. Den Rückweg legten sie durchs Moor zurück. Die Quartaner (heute Klasse 7) speisten in dem entfernter gelegenen Dorf Schleinhege und kehrten etwas später heim.

Die Tertianer und Sekundaner (heute die Klassen 9 - 11) unternahmen einen Ausflug nach Sögel. Diejenigen, die sich zur Radfahrt nicht angemeldet hatten - im ganzen zehn ... fuhren in Begleitung der Ordinarien der Tertia bald darauf mit der Bahn. Die Radfahrer 43 an der Zahl - stellten sich zunächst zu einer mit Einberechnung der Abstände über fünf Minuten langen und in sechs Abteilungen gegliederten Reihe auf und setzten sich dann unter Leitung des Direktors nach einem alle Vorkommnisse einer längeren Radfahrt bedenkendem Plane in Bewegung. Die Fühlung mit der Spitze unterhielten Pfeifensignale der Abteilungsführer. Die schlimmste Strecke begann an der Papenburger Grenze, wo die Heerstraße in einen traurigen, für Radler nur dicht am Kanal befahrbaren Feldweg übergeht. Hier wurde fortgesetzt langsam und mit weiten Abständen gefahren. Bis zur Ankunft am Fuße der den Kanal beschließenden Bodenerhebung verliefen fast zwei Stunden. Bei dem an der Abdachung errichteten Glockengerüst genossen die Schüler im Anblick der endlosen Moorfläche und des in verschleierter Ferne entschwindenden Kanals die erste Rast. Eine zweite verbrachten sie bei den sehenswerten Hünengräbern der Stadt Börger. Gegen halb eins langten sie endlich in Sögel an, wo die mit der Bahn hergereisten Lehrer und Schüler inzwischen bereits eingetroffen waren. Herr Gastwirt Dinklage hatte ein Mittagessen vorbereitet, das selbst die kühnsten Erwartungen befriedigte. Nach der Mahlzeit besichtigten die Schüler das Schloß Clemenswerth. Wegen der für einen Septembertag ganz ungewöhnlichen Hitze musste von jeder Fortsetzung der Radfahrt abgesehen werden: Die Bahnreise von Sögel nach Lathen und von Lathen nach Aschendorf wird zu den minder schönen Erinnerungen des Ausflugs zählen, denn das Hümmlinger Vizinalbähnchen gewährte ungeachtet seiner fürchterlichen Preise keinerlei Ermäßigung, und auf der Staatsbahn musste für die Fahrräder dasselbe Fahrgeld bezahlt werden wie für die Radler. So verlangt es der § 12 der Eisenbahn-Verkehrsordnung. hon Aschendorf nach Papenburg traten wieder die Räder in Gebrauch. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit befanden sich alle Schüler wohlbehalten daheim. Keiner von ihnen hatte irgend einen nennenswerten Unfall erlitten.

3.5 Politische Ereignisse und staatliche Gedenktage

Ein Jahr nach Eröffnung der Höheren Bürgerschule begann 1870 der deutsch-französische Krieg. Die damals in Deutschland verbreitete nationale Begeisterung fand auch in der Schule ihren Widerhall. Den Schülern wurde am 26. Juli mitgeteilt: Auf höhere Anordnung findet morgen in allen Kirchen des Landes ein feierlicher Gottesdienst statt, um Gottes Segen auf unsere bewaffneten Brüder und ihr schweres Werk herabzurufen. Die Schüler unserer Anstalt sind verpflichtet, an der kirchlichen Feier teilzunehmen und soll deshalb morgen der Unterricht ausfallen.

Dieses nationale Hochgefühl wird noch deutlicher zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914:

An den meisten Feiertagen versammelten sich sämtliche Schüler nach der dritten Morgenstunde im Freien oder bei ungünstiger Witterung im Schulhause, um die neuesten Nachrichten von den Kriegsschauplätzen nebst darauf bezüglichen Gedichten und Vorträgen anzuhören und der hierdurch erweckten Stimmung durch begeisterte Lieder und Hochrufe Ausdruck zu verleihen. (Schulprogramm 1915)

Am Sedanstag, dem nationalen Feiertag der Kaiserzeit zur Erinnerung an den Sieg über Frankreich bei Sedan im Jahre 1870, versammelten sich alljährlich Lehrer und Schüler zu Feierstunden oder Umzügen. So lesen wir zum Beispiel im Schulprogramm 1906:

Die Schüler ordneten sich frühmorgens auf dem Schulplatze zu einem Festzuge mit der Fahne und der Schülerkapelle an der Spitze. Den Schluß bildeten die Radfahrer auf malerisch buntgeschmückten Rädern. Nachdem Oberlehrer Austermann kurz an die Bedeutung des Tages erinnert und das Kaiserhoch ausgebracht hatte, begab sich der Zug vor das nahegelegene Haus des Fabrikbesitzers Jos. Dieckhaus (Dieser hatte die Schule vielfach und großzügig unterstützt, d.Verf.), um ihn durch ein Musikstück und ein dreimaliges Hoch zu ehren. Dann zogen die Schüler unter Musikbegleitung am Hauptkanal entlang und über die Wiek bis zum Mittelkanal, wo sich der Festzug auflöste.

Zu einer dieser Feierstunden, die in der Regel aus Deklamationen, Reden, Musik und Gesang bestanden, schrieb der Schulleiter Dr. Hans Nolte ein Theaterstück "Deutsche Selbstachtung", in dem er zwei deutsche Primaner Fritz und Wilhelm im Kolosseum in Rom in einer Mondscheinnacht mit dem Geist Ciceros diskutieren lässt. Die beiden deutschen Schüler preisen ihr Vaterland und ihren Kaiser, und am Ende erkennt sogar Cicero an, dass Deutschland für seine Leistungen in der Poesie, den Künsten und Wissenschaften die Siegespalme gebührt. Die alten Römertugenden, so meint er, seien nur in Deutschland lebendig geblieben. Die Nachfahren der alten Römer hingegen sind arg heruntergekommen; sie erscheinen als Banditen, die die Fremdlinge überfallen und ausrauben wollen. Doch die wissen sich mit ihrer Pistole zu wehren, und der Geist Ciceros ruft erstaunt aus:

"Wer bist du, Fremdling, der mit Blitzen und Donnerkeil sich weiß zu schützen?".

4. Das Städt. Realgymnasium 1907 - 1936

4.1 Die Erweiterung der Schule

Der Wunsch, ein vollausgebautes Gymnasium zu haben, war schon alt. Bereits im ersten Jahresbericht der höheren Bürgerschule von 1874 schrieb Rektor Erdmann, es sei "gegründete Hoffnung vorhanden, dass die Stadt Papenburg in wenigen Jahren einer vollständigen höheren Schule, einer Realschule I. Ordnung, sich erfreuen wird". Doch es vergingen mehr als dreißig Jahre, bis sich die Hoffnung erfüllte. Das Ende der Segelschiffahrt und des Holzschiffbaus führte in Papenburg zu schweren wirtschaftlichen Rückschlägen, die sich auch in einem Absinken der Schülerzahl des Progymnasiums niederschlugen. Erst um die Jahrhundertwende brachten Handel und neu in Papenburg angesiedelte Industrien wieder steigenden Wohlstand. So fand das Bestreben Dr. Hans Noltes, der seit 1904 die Schule leitete, bei den Vertretern der Stadt volle Unterstützung, obgleich die finanziellen Mehrausgaben, die zum größten Teil die Stadt tragen musste, beträchtlich waren. Am 7. Dezember 1904 beschlossen die Bürgervorsteher einstimmig, das Realprogymnasium vom folgenden Schuljahr an zu einer "Vollanstalt" auszubauen. Doch die Verhandlungen des Magistrats mit der königlichen Regierung zogen sich hin und hatten zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Dr. Nolte warb weiter für den Plan des Schulausbaus und appellierte an den Geschäftssinn der Papenburger Bürger. Er rechnete ihnen vor, dass sie jetzt 30.000 - 50.000 Mark für die studierenden Söhne nach auswärts zahlten. Hätte Papenburg aber ein vollausgebautes Gymnasium, werde umgekehrt das Drei- bis Fünffache dieses Betrages nach Papenburg fließen.

Neubau des Realgymnasiums am Hauptkanal 1907 (Architekt Breymann)

Die Regierung hatte bei den Verhandlungen die Frage gestellt, ob denn wohl auch über die eigentliche Stadt hinaus in der Umgebung das Bedürfnis für eine solche Schule bestehe. Daraufhin gingen zahlreiche Gesuche, vor allem aus dem ostfriesischen Raum, bei der Regierung ein, mit der Bitte, in Papenburg ein Realgymnasium einzurichten. Schließlich traf nach langem Hin und Her am 27. März 1907 in den Osterferien die Genehmigung ein.

Die Vorbereitungen für eine gymnasiale Oberstufe waren bereits getroffen, und es wurde gleich nach den Osterferien im Schuljahr 1907/08 eine Obersekunda (Klasse 11 ) eingerichtet, so dass der erste Durchgang durch die Oberstufe 1910 abgeschlossen war. Wie Dr. Nolte vorausgesagt hatte, stieg die Schülerzahl schnell an; viele auswärtige Schüler kamen nach Papenburg, und im Jahre 1910 erreichte die Schülerzahl mit 248 einen vorläufigen Höhepunkt. Von den 130 auswärtigen Schülern wohnten 60 bei Papenburger Familien. Das scheint manche Leute beunruhigt zu haben, wie folgende Äußerung Dr. Noltes zeigt:

Einer weiteren Entwicklung bedarf wohl noch das Verhältnis der Papenburger Einwohner zur Vollanstalt, einerseits insofern, a1s sie sich noch immer zahlreicher und besser auf die Beherbergung und Beköstigung der auswärtigen Schüler einrichten, und andererseits, indem sie die Schüler mit wachsendem Verständnis zu beurteilen und behandeln lernen. Daraus, dass jetzt infolge der größeren Zahl und des zum Teil vorgerückten Alters der Schüler einzelne unliebsame Erscheinungen des Schullebens bemerkbarer hervortreten, darf nicht gefolgert werden, dass sich die Sitten verschlechtert haben. Es gab bisher nichts zu beklagen, was nicht auch schon in den Zeiten der Nichtvollanstalt und sogar mitunter öfter und schlimmer vorgekommen wäre. Beweisbare grobe Ausschreitungen haben überhaupt nicht stattgefunden.

Noch irriger ist die Annahme, dass die auswärtigen Schüler sittlich tiefer stehen als die einheimischen. Fremde Schüler zweifelhaften Charakters dürfen gar nicht aufgenommen werden und wir haben das auch nicht nötig, denn es melden sich schon jetzt mehr Schüler, als wir lassen können. Unsere meisten aus weiter Ferne stammenden Schüler sind wohlerzogene Kinder aus besserer Familie, von denen die einheimischen mancherlei Gutes lernen. Obwohl auswärtige Schüler leichter versucht sein können, abends ihre Wohnung zu verlassen, weil sie sich daheim öfters vereinsamt fühlen, obwohl sie ferner, des Papenburger Trinkwassers ungewohnt, größere Neigung zum Biergenuß verspüren mögen, und obwohl endlich ihre häusliche Beaufsichtigung gewöhnlich lokkerer ist als die der einheimischen Schüler, ist dennoch hinsichtlich ihres Betragens kein auf fallender Unterschied hervorgetreten. Sie würden allerdings noch besser abschneiden, wenn die Eltern der Papenburger Schüler sie öfter mit Einladungen beehrten, sei es auch nur zu gemütlichem, kostenlosem Familienverkehr. Nicht nur, dass sie auf diese Weise vor mancherlei Verfehlungen bewahrt blieben, sondern man würde auch allgemeiner erkennen, wie harmlos in Wirklichkeit unsere auswärtigen Schüler sind, und wie leicht in der Regel die Jugend heilsam zu beeinflussen ist, wenn man ihr mit vertrauen und Freundlichkeit begegnet.

Der Ausbau zum Realgymnasium wurde jedoch vor allem durch den Lehrermangel dieser Jahre erschwert. Dr. Nolte meinte sogar, mit so vielen Hindernissen wie in Papenburg dürfte man bei der Vorbereitung des Abiturs noch nirgends zu kämpfen gehabt haben. Doch 1910 war das ersehnte Ziel erreicht - acht Schüler bestanden die erste Abiturprüfung des Realgymnasiums.

4.2 Blütezeit und Erster Weltkrieg

Das junge Realgymnasium entwickelte über den Unterricht hinaus eine für diese Zeit erstaunliche Vielfalt und Lebendigkeit. Im Jahresbericht 1906 / 07 wird zum ersten Mal von Schwimm- und Ruderübungen der Schüler berichtet. Der Fabrikant Dieckhaus schenkte der Schule ein Ruderboot und ermöglichte damit den Beginn eines eigenen Schülerruderns. Die übrigen sportlichen Betätigungen außerhalb des Unterrichts werden unter der Rubrik "Bewegungsspiele und Märsche" geführt. Dr. Nolte begründete ihre Notwendigkeit ganz im Stile seiner Zeit:

Daß die Bewegungsspiele und Märsche den Stoffwechsel erleichtern und dadurch zu einer Hauptquelle leiblichen und geistigen Wohlbefindens werden, dass sie einen ruhigen und erquickenden Schlaf bewirken, die wesentlichste Vorbedingung zur Entwicklung eines kräftigen Nervensystems, dass sie durch beides das sicherste Abwehr- und Überwindungsmittel ererbter oder ansteckender Krankheitskeime bilden, dass sie vor Ausschweifungen der Phantasie und den damit zusammenhängenden Verirrungen bewahren, das alles ist schon so oft gesagt und geschrieben worden, dass man sich beinahe schämt, es zu wiederholen. Besonders erstaunlich ist, dass diese Sportgruppen selbständig von Schülern geleitet wurden. In die Schulprogramme wurden nun Berichte der Schüler über die von ihnen geleiteten Gruppen aufgenommen. Großer Beliebtheit erfreute sich bald das Fußballspiel. Vier Schüler-Fußballriegen entstanden: in Papenburg-Untenende, in Papenburg-Obenende, in Aschendorf und in Weener. Die Untenender Gruppe, die sich bald "Germania" nannte, spielte auf einer Wiese am Hampoel; die Obenender Mannschaft "Amisia" auf einem Platz der Obenender Metallurgischen Fabrik von Dr. Savelsberg. Weitere Gruppen widmeten sich dem Schlagballspiel, der Leichtathletik, dem Radfahren und dem Wandern.

Der erste Papenburger Abiturjahrgang 1910

Außerdem entstand in diesen Jahren eine von Schülern geleitete "Literarische Abteilung", die sich in freier Rede übte, Theaterstücke las und gelegentlich auch aufführte. In der Schule gab es Lesetische, dann sogar einen Lesesaal, in dem durch Zeitschriften und Bücher zum Lesen angeregt werden sollte. Von der Schule wurden zeitweilig oder ständig angeboten: wahlfreier Unterricht in Griechisch und Hebräisch, zweistündige biologische Schülerübungen für die Oberstufe und botanische Exkursionen für die Unterstufe, wahlfreier Unterricht in Stenographie, eine Arbeitsgemeinschaft für Linearzeichnen und eine für Kunstgeschichte; außerdem - nicht freiwillig - für Quartaner und Tertianer mit schlechter Handschrift wöchentlich eine Stunde Schreibunterricht.

Das ist für diese Zeit und für eine Schule mit etwa 250 Schülern und 12 Lehrern eine erstaunliche Vielfalt, und man kann sicherlich behaupten, dass die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg zu den Glanzzeiten der Papenburger Schule gehören.

Der Erste Weltkrieg beeinflusste und veränderte die Schule zutiefst. Die zu Beginn des Krieges in Deutschland verbreitete Stimmung des nationalen Überschwangs spiegelte sich auch in den Schulereignissen wider. Die Aufsatzthemen bezogen sich großenteils auf die politische Situation und lauteten etwa: "Warum wird die Niederringung Englands für den Weltfrieden eine Wohlfahrt sein?" oder "Unsere Empörung gegen England!" Die ganze Oberprima (Klasse 13) sowie einige Unterprimaner (Klasse 12) und Obersekundaner (Klasse 11) meldeten sich als Kriegsfreiwillige. Die übrigen über 16 Jahre alten Schüler schlossen sich der Papenburger "Jugendwehr" an, die sich die vormilitärische Ausbildung der Jungen zum Ziel gesetzt hatte. Die meisten Schüler beteiligten sich an der "Ländlichen Arbeitshülfe", die in Notfällen bei der Ernte und der Ackerbestellung einsprang. Im Februar 1915 wurden die im Umlauf befindlichen Goldmünzen gesammelt und gegen Papiergeld eingetauscht. Auch die Realgymnasiasten beteiligten sich daran und brachten innerhalb eines Monats 20.100 Mark Goldgeld zusammen. Doch bald ging es um weniger Wertvolles. In den nächsten Jahren wurden die Schüler angehalten, Beeren, Heilkräuter, Knochen, Altpapier und Brennnesseln zu sammeln.

Fußballmannschaft Papenburger Gymnasiasten 1912

Da immer mehr Lehrkräfte zum Militär eingezogen wurden, drohte der Unterricht zeitweilig zusammenzubrechen. Es wurde erwogen, ganz auf die Oberstufe zu verzichten und so wieder zum alten Progymnasium zurückzukehren, aber man behalf sich doch mit Klassenkombinationen, Aushilfskräften und Unterrichtskürzungen. Im Winter musste wegen des fehlenden Heizmaterials der Unterricht mehrfach unterbrochen werden. Immer häufiger trafen im Verlauf des Krieges Todesnachrichten ein. Insgesamt fielen 72 Schüler und Lehrer im Verlaufe des Krieges. Als Dr. Nolte im Jahre 1916 gestorben war, blieb die Schule bis 1919 ohne Direktor, die Stelle sollte erst nach Ende des Krieges neu besetzt werden. Die Schule wurde solange provisorisch von den Professoren Schütte und Geers geleitet.

4.3 Schwierige Jahre

Das 50jährige Jubiläum der Schule 1919 war noch sehr von den Nachwirkungen des Krieges überschattet. Die Schülerzahl war auf etwa 150 gesunken. Die Finanzmittel der Schule waren so eingeengt, dass die Schulprogramme nicht mehr gedruckt werden konnten. Bei den Berichten über die Wanderungen wird vermerkt, dass sie wegen der Verpflegungsschwierigkeiten nicht auf einen ganzen Tag ausgedehnt werden konnten. Die fortschreitende Geldentwertung hatte zur Folge, dass das Kapital der Stiftungen, die der Schule um die Jahrhundertwende für bedürftige Schüler vermacht worden waren, dahinschmolz. Das Schulgeld stieg an und betrug im Jahre 1922 / 23 infolge der Inflation 20.000 Mark.

Abiturkarte 1932

1920 taucht zum ersten Mal in den Berichten der Begriff der Schülerselbstverwaltung auf. Doch heißt es schon 1922, das Interesse daran sei gänzlich geschwunden, ohne Anregung durch die Klassenlehrer geschehe nichts, Klassenversammlungen hätten nicht mehr stattgefunden; bald beschränkte sich die ganze Schülerselbstverwaltung auf Mithilfe bei der Pausenaufsicht und der Verwaltung der Lehrmittel.

Der vorübergehende wirtschaftliche Aufschwung in der Mitte des Jahrzehnts war auch in der Schule spürbar. Die Schülerzahl stieg auf etwa 200. Das Schulgebäude wurde renoviert, die lange geplante Direktorwohnung gebaut, und die Sammlungen und Bibliotheken wurden erweitert.

Seit 1922 durften nach einer Anordnung des Preußischen Unterrichtsministeriums auch Mädchen die bisherigen Jungenschulen besuchen, wenn keine gleichartige Schule am Ort war. Als dann aber zwei Mädchen am Papenburger Realgymnasium angemeldet wurden, gab es viele Schwierigkeiten zu überwinden. Offenbar herrschten die Befürchtungen vor, die Beziehungen zu den Jungen könnten allzu eng werden. So wurde ihnen zum Beispiel für die Pausen ein eigener Aufenthaltsbereich im vorderen Teil des Schulhofes zugewiesen. Doch die beiden Mädchen hielten trotz aller Widrigkeiten durch, und im Jahre 1926 bestanden sie ihr Abitur am Realgymnasium Papenburg. Eine der beiden, Elisabeth Specker, wurde dann später auch die erste Lehrerin an der Papenburger Schule.

Als Professor Bösken, der acht Jahre lang das Realgymnasium geleitet hatte, 1927 Direktor des Gymnasiums in Meppen wurde, folgte ihm 1928 Dr. Rudolf Diekmann als Schulleiter. Ihm fiel die Aufgabe zu, die Schule in den wirtschaftlich und politisch unerfreulichen Jahren um und nach 1930 zu leiten. Besonders setzte sich Dr. Diekmann für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ein. Zum ersten Mal wurde ein allgemeiner Elternsprechtag abgehalten. Auch der Kontakt zu den ehemaligen Schülern wurde gesucht. Beim Abiturkommers 1929 wurde beschlossen, den "Verein ehemaliger Schüler Papenburgs" zu gründen, dessen Ziele - trotz mancher Unterbrechungen - heute im "Verein der Ehemaligen, Freunde und Förderer des Gymnasiums Papenburg" weitergeführt werden.

Doch die große Wirtschaftskrise seit 1929 zog auch in der Schule immer tiefere Spuren. Durch Notverordnungen wurde, um Lehrkräfte einzusparen, die Wochenstundenzahl der Gymnasiallehrer auf 25 erhöht. Außerdem wurde der Unterricht gekürzt. "Die Sparmaßnahmen brachten den geordneten Musikunterricht zum Erliegen" (Jahresbericht 1929). Ebenso wurden der Sportunterricht und die Arbeitsgemeinschaften 1931 stark reduziert, und auch andere Fächer waren von Kürzungen betroffen.

Lehrerkollegium 1925

Die Berufsaussichten der Absolventen der Schule waren denkbar schlecht. Ausbildungsstellen und Studienplätze waren knapp wie nie zuvor. So ist es kein Wunder, dass bei solchen Perspektiven die Zahl der Anmeldungen für das Realgymnasium wieder absank, zumal, wenn man bedenkt, dass die finanziellen Belastungen durch den Schulbesuch eines Kindes für viele Familien bei sinkendem Einkommen oder Arbeitslosigkeit unerträglich wurden. So musste man sich allen Ernstes die Frage stellen, ob und wie lange die Schule noch lebensfähig bleiben würde.

Auch als 1933 die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland begann, änderte sich an der Situation des Städtischen Realgymnasiums kaum etwas. Zwar hatten die Stadtverordneten nach der "Machtergreifung" im Frühjahr 1933 die Schule in "Hindenburg-Realgymnasium" umbenannt, aber wegen der schlechten Finanzlage der Stadt blieb die Existenz der Schule sehr gefährdet. Auch der Landkreis Aschendorf hatte sich nach einer kontroversen Diskussion im Kreistag 1929 nicht in der Lage gesehen, den Zuschuss für die Papenburger Schule dauerhaft zu erhöhen, und nur einen einmaligen Zuschuss von 10.000 RM bewilligt, der die Finanzprobleme der Schule nicht löste.

Im Jahre 1933 verlor der Direktor der Schule, Dr. Rudolf Diekmann, überraschend sein Amt. Er, der politisch eigentlich nie hervorgetreten war, hatte sich auf einer Abiturfeier in einem Gespräch unvorsichtig über nationalsozialistische Organisationen, besonders den Arbeitsdienst, geäußert. Er wurde vermutlich denunziert, die Schüler, die anwesend gewesen waren, wurden von der Polizei vernommen, und einige Zeit später wurde Dr. Diekmann seines Amtes enthoben. Er wurde zum Studienrat herabgestuft und nach Herten in Westfalen versetzt. In den Schulakten ist über den Vorgang nichts zu finden; im folgenden Jahresbericht heißt es nur lapidar: "Am 1. 10. trat Stud. Dir. Dr. Diekmann von der Leitung der Schule zurück, und der dienstälteste Studienrat Geers übernahm die stellvertretende Leitung der Schule."

 
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